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Interview mit Jan-Wilhelm Prein

Inhaber von zwei Apotheken

Jan-Wilhelm Prein

Herr Prein, Sie haben sich für das berufsbegleitende Studium „Apothekenbetriebswirt (FH)“ an der Hochschule Schmalkalden entschieden. Was war Ihr Antrieb ein betriebswirtschaftliches Studium für Apotheker zu absolvieren?

„Es ist kein Geheimnis, dass in der heutigen Apothekenwelt das universitäre, pharmazeutische Wissen zwar absolute Voraussetzung ist, allein aber keinesfalls mehr ausreicht, um eine oder mehrere Apotheken zu führen. Die Anforderungen in betriebswirtschaftlichen Belangen, Marketing und Personalführung haben sich in den letzten 10 bis 15 Jahren derart gewandelt, dass es unausweichlich ist, sich mit diesen Bereichen der Betriebsführung intensiv auseinanderzusetzen.

Dies kann man in vielen einzelnen Fortbildungen und Seminaren unterschiedlicher Anbieter tun. Es bot sich aber auch die Möglichkeit, die Inhalte gebündelt an der Hochschule Schmalkalden als ‚Apothekenbetriebswirt (FH)‘ zu studieren. Da wir mit unseren Apotheken in der Zukunft weiterhin im Markt bestehen und auch wachsen wollen, sah ich dies als eine gute und gewinnbringende Lösung, mich auf den Wandel im Apothekenmarkt vorzubereiten.“

Welche Erkenntnisse konnten Sie bereits aus dem Studium direkt in Ihre berufliche Praxis einbringen? Welche Studieninhalte finden Sie besonders interessant?

„Wenn man auch aus der täglichen Apothekenpraxis schon viel an Erfahrung mitbringen kann, gab es doch viele gute Impulse im Bereich Warenwirtschaft und Personalführung, die unmittelbar umzusetzen sind. Es war vor allem sehr interessant, wie tief man sich in das Thema des Category Management einarbeiten  und auch Erfahrungen aus anderen Einzelhandelsbranchen auf den Apothekenmarkt übertragen kann. Da wir uns immer mehr mit dem Wettbewerb aus Drogeriemarktketten und Einzelhandel beschäftigen müssen, ist es gut zu wissen, wie diese Branchen ‚ticken‘.

Besonderen Wert hatten aber auch die rechtlichen Studieninhalte, wie beispielsweise Personal- und Arbeitsrecht sowie Miet- und Pachtrecht. Allein für einige Tipps der sehr guten Dozenten dieser Fächer lohnt sich dieses Studium. So kann man doch durch vermeintlich kleine Fehler in Arbeits- oder Mietverträgen viel falsch machen. Sind die Fallstricke jedoch bekannt, kann es große Auswirkungen auf den Erfolg des Apothekenbetriebs haben.

Auch der Bereich der Gesundheitsökonomie ist – wenn auch eine Flut an Zahlen und Statistiken - einer der elementaren Inhalte dieses Studiums. Globale und nationale Entwicklungen sollten die Basis für langfristige strategische Entscheidungen in der Apothekenführung sein. Ein Dozent wie Dr. Reinhard Herzog ist dabei hervorragend in der Lage, diese Datenflut strukturiert, interessant und zielführend zu präsentieren.“

Wie stark profitieren Sie vom Austausch mit Ihren Kommilitonen?

„Die Zusammenarbeit mit den Kommilitonen – im fachlichen und „sozialen“ - ist ein weiterer elementarer Pfeiler einer solchen umfangreichen Weiterbildung. Es bilden sich gute Informationsnetze – es bildet sich Vertrauen. Aus diesen Freundschaften erhoffe ich mir auch für die Zukunft eine langfristige Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Da die Anreise der Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands stattfand, ist eine direkte Konkurrenzsituation selten und daher eine solche Entwicklung problemlos möglich.“

Welche Erkenntnisse konnten Sie bereits aus dem Studium direkt in Ihre berufliche Praxis einbringen?

„Da gibt es schon einige. Gerade aus dem Bereich ‚Konstruktion‘ konnte ich bereits neue Kenntnisse in meinen beruflichen Alltag einbringen. Zudem konnte ich mir viel Hintergrundwissen aneignen und bin nun bei mancher Diskussion besser aufgestellt.“

Wie haben Sie das organisiert: Vollzeit-Job mit verantwortungsvollen Aufgaben, Familie und ein berufsbegleitendes Studium?

„Die zeitliche Organisation des Studiums stellte schon eine Herausforderung dar. Die Rollen in den Apotheken, als Familienvater und im Ehrenamt wollen trotz zusätzlich notwendiger Zeit zur Nachbereitung der Präsenzphasen und zur Prüfungsvorbereitung weiterhin erfüllt werden. Dies funktioniert nur mit voller Unterstützung der Familie und der Mitarbeiter. Diese müssen einem schon teilweise den ‚Rücken frei halten‘. Insgesamt ist der Arbeitsaufwand aber auf jeden Fall dem Nutzen angemessen und machbar.“

Wie empfinden Sie das Studium persönlich? Werden Ihre Erwartungen erfüllt? Sind Sie zufrieden mit dem Studium hinsichtlich der Inhalte, Dozenten, Betreuung?

„Ich empfand das Studium als sehr angenehm und nützlich. Ich habe viele tolle und engagierte Menschen kennengelernt. Meine Erwartungen wurden erfüllt. In einigen Fächern konnte man sehr viel an Neuem mitnehmen, in anderen war ich auch schon durch die Apothekenpraxis recht gut aufgestellt. Die Dozenten waren größtenteils sehr erfahrene Praktiker, welche in ihren Bereichen hervorragend qualifiziert waren und auch auf tiefergehenden Nachfragen kompetent eingingen. Auch menschlich passte der Umgang. Ein sehr angenehmes Vorlesungsklima.  Auch die organisatorische Betreuung während des Studiums war sehr gut. Alles konnte auf kurzem Weg unbürokratisch erledigt werden. Die Verantwortlichen kümmerten sich sehr gut darum, dass auch der oben erwähnte soziale Teil des Apothekenbetriebswirts nicht zu kurz kam. So wurden auch gemeinsame Ausflüge und Events organisiert, um das das WIR-Gefühl zu stärken. Hat sehr viel Spaß gemacht!“

Welchen Rat würden Sie angehenden Studierenden geben?

„Mach es! Wer sich in den nächsten Jahren auf dem Apothekenmarkt behaupten will, ob als Filialleiter oder als Inhaber, kommt an einer Fortbildung im betriebswirtschaftlichen Bereich nicht vorbei! Der Apothekenbetriebswirt an der Hochschule Schmalkalden bietet hier eine sehr gute Möglichkeit, die sich rechnet!"

Wir danken für das Interview und wünschen alles Gute für die Zukunft!