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Eine Vergütung ohne Limit?

Dr. Dirk Hentrich referierte über die Honorare von Insolvenzverwaltern

Mit spannenden Zahlen von zu erwartenden Vergütungen aus Presseberichten, aber auch der fachlich fundierten Verknüpfung mit der Insolvenzordnung hat Dr. Dirk Hentrich von „westhelleundpartner“ Studierenden interessante Insolvenzkenntnisse vermittelt. Bereits bei seinem Einstieg erntete er verwunderte Blicke, als er aus der „Zeit“ sowie dem „Spiegel“ Auszüge präsentierte, die von horrenden Honoraren für Insolvenzverwalter berichteten. So soll Michael Frege für die Abwicklung der deutschen Lehman-Brothers-Tochter bis zu 800 Millionen Euro erhalten haben. Diese Summe wurde trotz einiger Kritik von Experten verteidigt. Für den Insolvenzverwalter von Arcandor sollten 50 Millionen Euro fließen, bei Schlecker immerhin noch 15 Millionen Euro. Allerdings sind diese Rekordsummen Ausnahmen. Anhand einer Beispielrechnung verdeutlichte Hentrich, dass die beantragte Vergütung sogar unter den Gesamtkosten für den Insolvenzverwalter liegen könnte. Laut BGH solle nicht für jedes, wohl aber für den Durchschnitt dieser Verfahren insgesamt eine auskömmliche Vergütung zu erzielen sein müssen. Somit appellierte Hentrich an die Studierenden, dass sie, falls sie den Beruf des Insolvenzverwalters ergreifen möchten, jede Kleinigkeit abrechnen sollten. Denn selbst kleine Beträge wie etwa Zustellkosten würden sich summieren, je mehr Gläubiger angeschrieben werden müssten. Neben den Regelsätzen und der Mindestvergütung ging der Referent auch auf die Faustregeltabelle sowie auf Zuschläge ein. Dabei beleuchtete er nicht nur Personen, die als Insolvenzverwalter tätig sind, sondern zeigte auch die Unterschiede hinsichtlich der Vergütung bei (vorläufigen) Sachwaltern oder Treuhändern auf. Letztendlich hielt er fest, dass der Vergütungsantrag mit dem Bericht gemäß § 156 InsO beginnt, der eine wichtige Grundlage bilde. Für Interessierte, die sich weiter in die Materie einarbeiten wollen, hatte er nützliche Literaturhinweise parat. So sei die Kommentierung von Graeber/Graeber zu § 1 InsO kostenfrei einsehbar unter www.insvv-online.de.

Dr. Dirk Hentrich
Dr. Dirk Hentrich