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Vortrag aus der Steuerberaterpraxis – PWC Erfurt

Am Dienstag, den 11.06.2019 wurde eine Veranstaltung gemeinsam mit der PWC Erfurt zum Thema „Unternehmenstransaktionen – steuerliche Fallstricke beim Asset und Share Deal“ durchgeführt. Herr Thomas Stauffenberg (LL.M.) ist Steuerberater und Prokurist bei PWC in Erfurt. Er studierte an unserer Fakultät „Wirtschaftsrecht“ sowohl für Bachelor (LL/B) als auch Master (LL/M).

In der steuerlichen Gestaltungspraxis werden häufig Unternehmensübernahmen umgesetzt, um für einen Käufer bzw. Verkäufer eine steuerlich „günstige“ Lösung zu finden. Hier bieten sich in Einzelfällen der sog. „asset deal“ und/oder der sog. „share deal“ an.

Beim „asset deal“ werden aus der Zielgesellschaft die „assets“, also die Wirtschaftsgüter einzeln herausgekauft (Verkauf von Aktiva und Passiva oder bloßer Verkauf „nur“ der Aktiva). Die Zielgesellschaft selbst wird nicht erworben. Dadurch kann der Käufer diese Wirtschaftsgüter in seiner Zielgesellschaft zu Anschaffungskosten aktivieren und „voll“ abschreiben.

Im Rahmen eines „share deal“ wird die Zielgesellschaft insgesamt erworben, und zwar je nach Rechtsform durch Erwerb der Anteile (z.B. bei Aktiengesellschaft und GmbH) oder der Beteiligungen (z.B. bei Personengesellschaften). Diese Beteiligung wird dann ebenfalls zu Anschaffungskosten aktiviert. Eine Verteilung der Anschaffungskosten für die voraussichtliche Nutzungsdauer ist hier jedoch nicht zulässig.

Für beiden Gestaltungsalternativen ergibt sich in der Praxis oftmals ein Dilemma, dass eine steuerliche Vorteilhaftigkeit i.d.R. entweder nur für den Erwerber oder nur den Veräußerer erreicht werden kann. Insoweit muss dann häufig der Kaufpreis für das Unternehmen (als Wert der Anteile oder die Summe der Einzelkaufpreise aller Wirtschaftsgüter) das ausgleichende Moment sein. 

Neben diesen zentralen steuerlichen Aspekten wurden auch zivilrechtliche sowie gesellschaftsrechtliche Fragen beim Unternehmenskauf angesprochen. Zudem kamen auch Kaufpreisermittlung / Unternehmensbewertungsmethoden zur Sprache.

Insgesamt endete die Veranstaltung mit dem Fazit, dass ein wirtschaftsrechtliches Studium an der Fakultät Wirtschaftsrecht eine sehr gute Grundlage bildet für die in der späteren steuerlichen Beratungspraxis auftretenden Problembereiche. Die Kenntnisse im Gesellschafts- und Zivilrecht werden ebenso benötigt wie Grundlagen im Insolvenzrecht.