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Zahlreiche Berufsmöglichkeiten im Öffentlichen Recht

Hannes Freyer von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen stellte seine Tätigkeit vor

Welche Möglichkeiten sich den Studierenden des Schwerpunkts „Unternehmen und Verwaltung“ beim Start in die Berufswelt bieten, zeigte ihnen Hannes Freyer von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG Thüringen) in einem Vortrag an der Hochschule auf. Freyer absolviert zur Zeit den Weiterbildungsstudiengang „Unternehmensführung“ der Hochschule Schmalkalden. Anhand von zwei LEG-Projekten, dem Quartier Erfurt-Brühl sowie der„ICE-City Erfurt“, vermittelte er seinen Zuhörern, wie sie das Erlernte in der Praxis umsetzen können.

Die LEG, die 230 Mitarbeiter zähle und ihren Sitz in Erfurt habe, sei hundertprozentige Tochter des Freistaats Thüringen und für die Wirtschaftsförderung sowie das Immobilienmanagement zuständig, erklärte Freyer. Zu den Aufgaben der LEG gehöre es unter anderem, Industrie- und Gewerbegebiete zu erschließen und zu vermarkten, Investoren aus dem In- und Ausland bei ihrer Ansiedlung umfassend zu begleiten, Thüringer Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte sowie bei der Deckung ihres Fachkräftebedarfs zu unterstützen sowie Kommunen und Landkreise bei Projekten der Stadtentwicklung sowie bei der regionalen Zusammenarbeit tatkräftig zur Seite zu stehen. Der Referent selbst ist im Immobilienbereich der LEG tätig, in dem es um die Konzeption, Planung und Realisierung von Hochbauprojekten sowie um Vorhaben der Quartiersentwicklung geht.

Beim Projekt Erfurt-Brühl sei es der LEG gelungen, eine Industriebrache in ein attraktives Quartier umzuwandeln, so der Referent. Bereits im 19. Jahrhundert gab es auf dem rund 25 Hektar großen Areal direkt am Erfurter Domberg eine industrielle Nutzung, unter anderem war hier jahrzehntelang eine Gewehrfabrik in Betrieb. Ab 1924 wurden auf dem Gelände Schreibmaschinen gefertigt, später kam die Produktion im Bereich der Mikroelektronik hinzu. Nach der Wende fiel das Gebiet brach. Die LEG erwarb es Anfang der Neunzigerjahre, schuf gemeinsam mit der Stadt Planungsrecht, nahm erhebliche Erschließungsmaßnahmen vor und vermarktete die Flächen erfolgreich. Heute ist das Brühl ein neuer, lebendiger Stadtteil, in dem die Menschen arbeiten, wohnen oder beispielsweise das Theater Erfurt (2003 eröffnet) besuchen.

Das zweite Projekt, welches Hannes Freyer vorstellte, ist die „ICE-City Erfurt“. Ausgangspunkt für dieses Stadtentwicklungsprojekt, das zu den größten seiner Art in Deutschland zählt, ist die Etablierung des neuen ICE-Knotens am Hauptbahnhof Erfurt. Seit Dezember 2017 ist Erfurt von den Metropolen Berlin, München, Frankfurt und Dresden in maximal zweieinhalb Stunden erreichbar. Damit sind Thüringen und speziell Erfurt noch mehr als zuvor zu einem attraktiven Standort zum Wohnen, Arbeiten und Tagen geworden. Auf rund 40 Hektar rund um den ICE-Knoten entwickelt die LEG das neue Quartier „ICE-City Erfurt“: Sie erwirbt Flächen von der Bahn und wird sie künftig erschließen sowie an Investoren vermarkten. Wohnungen, Büros, Hotel- und Tagungskapazitäten werden in dem neuen Stadtteil realisiert werden. Erster „Baustein“ ist ein Economy-Design-Hotel der Marke „prizeotel“, für das Ende Juni 2018 im Beisein von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow der offizielle Baustart erfolgte; das Hotel wird Ende 2019 mit 208 Zimmern öffnen. Die gesamte Entwicklung des Quartiers, so betonte Hannes Freyer, folgt einem ganzheitlichen Konzept.

Professor Dr. Sven Müller-Grune, Dekan der Fakultät Wirtschaftsrecht, ging im Anschluss an den Vortrag von Hannes Freyer aus rechtlicher Perspektive auf den Städtebaulichen Vertrag (§ 11 BauGB) sowie den Vorhaben- und Erschließungsplan (§ 12 BauGB) näher ein und zeigte damit die rechtlichen Grundlagen für komplexe Vorhaben wie Erfurt-Brühl oder die ICE-City Erfurt auf. So wurden die Lehrinhalte gut mit dem Gehörten aus der Praxis verbunden.