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Arbeitgeberinterview mit Uwe Meißner, Geschäftsführer der Adelheid Meißner GmbH

04.02.2019

Markus Meißner studiert bei uns im 3. Semester „Unternehmensführung (M.A.)“ im Fernstudium und arbeitet als Assistent der Geschäftsführung bei der Baustoffhandel Adelheid Meißner GmbH in Gera.

Markus und Uwe Meißner

Heute gehen 19 Fragen an seinen Vater Herrn Uwe Meißner, Geschäftsführer des Familienunternehmens. Das Bauunternehmen hat sich in den Bereichen Tiefbau, Schutttransporte, Baustoffhandel und Bergbau spezialisiert. Gemeinsam mit der Professur für Bauchemie der Bauhaus-Universität Weimar und der IAB Weimar forschte die Adelheid Meißner GmbH im Rahmen eines AIF-Projektes an der Verbesserung der Dichtungseigenschaften von Ton für horizontale Anwendungen.

Was ist die Vision Ihres Unternehmens?
„Aufbau eines starken mittelständischen Familienunternehmens, welches in enger Zusammenarbeit mit Partnern die Herausforderungen der Zeit/des Marktes meistert und dabei seine Mitarbeiter am Erfolg beteiligt. Gleichzeitig soll die Verantwortung des Unternehmens für sein Umfeld/Region ausgewogen getragen werden. So unterstützen wir die Verkehrsschulungen in Kitas und der Schulanfänger und unterstützen finanziell die Senioren- und Jugendarbeit des evangelischen Kirchspiels Aga-Langenberg.“

In welchem Verband/Verein sind Sie als Unternehmen aktiv? Worin unterstützt dieser?
„Im Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e. V. und dadurch im Dachverband MIRO (Mineralische Rohstoffe Deutschland). Wir arrangieren uns hier zur Umsetzung unserer Interessen bei der Diskussion von Gesetzesvorlagen u.ä. Wir erhalten Unterstützung in Form von Rechtsberatung bzw. rechtlichen Hinweisen zu allen Themen des Arbeits- und Umweltrechts.“

Wie viele Mitarbeiter haben bereits eine Weiterbildung bei uns begonnen bzw. absolviert?
„Zwei Mitarbeiter.“

Können Sie einschätzen, welcher Mitarbeitertyp besonders Interesse an beruflicher bzw. berufsbegleitender Weiterbildung hat?
„Bei uns eigentlich jeder. Ich vergleiche dies mit dem „Rote- Königin-Phänomen: "Man muss laufen nur um zu bleiben, wo man bereits ist“. Wir organisieren Weiterbildungen für alle gewerblichen Arbeitnehmer in Form von Bedienberechtigungen für Erdbaumaschinen, Forstwerkzeuge bzw. die Lehrgänge gemäß Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, die durch uns komplett auch finanziell übernommen werden, während der Arbeitszeit, die auch voll bezahlt wird. Im Weiteren holen wir direkt Fahrtrainer von Volvo Cars Deutschland, die im Jahr für 2-3 Tage immer im Unternehmen sind. Allen Arbeitnehmern steht die Möglichkeit offen, an den Bildungsangeboten der IHK Ostthüringen zu Gera teilzunehmen oder auch bezahlten Bildungsurlaub zu nehmen. Die meisten Unternehmen sind gut, man muss eben durch seine Mitarbeiter besser als die anderen werden.“

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wenn sich Mitarbeiter zu einer Weiterbildung entschließen?
„Es lohnt sich, keiner kam „dümmer“ zurück.“

Welche Beobachtungen haben Sie bei Prozessen allgemein bzw. in Teams und / oder Organisationen gemacht, wenn Mitarbeiter eine Weiterbildung machen?
„Sie bringen das Gelernte ein und dann werde ich auch als Chef auf Fehler oder andere Möglichkeiten hingewiesen und so sollte es sein.“

Wie wirkt sich die Weiterbildung von Einzelnen auf Teams aus?
„Das Wissen steigt unterschiedlich aber bei allen. Bei uns herrscht eine offene Atmosphäre und es gibt keine Ängste, dass durch Weitergabe andere einen überholen. Die Leistungen steigen in der gleichen Zeit und das ist mehr als in Ordnung.“

Fallen Ihnen spontan bestimmte Beispielsituationen im Unternehmen ein, die durch extern erworbenes Wissen in Form einer Weiterbildung geprägt wurden?
"Meine Schwester und ich haben an einer Weiterbildung zum Erwerb der Qualifikation als Bauleiter in kontaminierten Bereichen teilgenommen. Seither stehen wir auf der Liste der
Havariefirmen bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen der Stadt Gera und können seitdem entsprechende Arbeiten auch anbieten. Alle gewerblichen Mitarbeiter haben den Sägeschein nach Richtlinie des Kuratoriums "Stiftung Deutscher Wald“ in einer mehrtätigen Schulung erworben, seither arbeiten wir auch bei Havariefällen für den Bundesforstbetrieb Thüringer Wald-Erzgebirge-Mitte bzw. werden bei allen beschränkten Ausschreibungen angefragt.“

Auf welche Weise unterstützen Sie Mitarbeiter bei der Weiterbildung?
„Wir stellen sie während der Arbeitszeit bezahlt dafür frei und übernehmen die Kosten. Bei Möglichkeit stellen wir auch den Transport.“

Welchen Erfolg bzw. welche Wirkung wünschen Sie sich durch Weiterbildungsmaßnahmen?
„Ergebnisse, die die Qualität der Arbeit und deren Effizienz verbessern.“

Welche Ansprüche stellen Sie an eine gute Weiterbildung?
„Konsequent themenbezogen, einprägend und dem Niveau der Vorbildung entsprechend. Aber auch fordernd.“

Was motiviert aus Ihrer Sicht Mitarbeiter am meisten, um sich zu einer Weiterbildung zu entscheiden?
„Sicherung des Arbeitsplatzes und eine Lohnerhöhung.“

Was hat sich in den letzten Jahren bei den Ansprüchen der Mitarbeiter verändert? Gibt es aus Ihrer Sicht allgemeine Tendenzen?
„Das Interesse an Weiterbildung/Qualifikation ist gestiegen. Die Leute merken ja selbst, dass die Anforderungen steigen und keiner will zurückbleiben.“

Welche Voraussetzungen sollten Mitarbeiter mitbringen, um eine berufsbegleitende Weiterbildung zu absolvieren?
„Eine abgeschlossene Schulausbildung und solide Erfahrungen in der ausgeübten Tätigkeit. Ich glaube nicht, dass man dies in Jahren festnageln kann. Die abgeschlossene Schulbildung sollte der Nachweis einer guten Allgemeinbildung sein. Die Betreffenden sollten in der Lage sein, zumindest in Ansätzen komplex denken zu können, um Zusammenhänge und Kausalitäten zu erkennen.“

Ist Ihr Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen?
„Ja.“

Suchen Sie aktuell Fachpersonal?
„Ja.“

Spielt agiles Management in Ihrem Unternehmen eine Rolle?
„Ja.“

Welche Anforderungen müssen Mitarbeiter neben den Fachkenntnissen mitbringen, um gute Ergebnisse zu erzielen?
„Interesse und den Willen bzw. die Bereitschaft, sich einzubringen und den Job gut zu machen.“

Was können Sie anderen Arbeitgebern als Impuls geben, die sich mit dem Thema Weiterbildung mehr beschäftigen möchten und noch unsicher sind?
„Rechtzeitig ausschlafen. Wer wartet, wird überholt.“

 

Vielen Dank für das Interview!

Letzte Änderung: 04.02.2019