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Interview mit Florian Haselbeck

Funktionsentwickler bei der Audi AG in Ingolstadt

Florian Haselbeck

Herr Haselbeck, Sie absolvierten bereits ein Bachelorstudium im Bereich Mechatronik an der Technischen Hochschule Ingolstadt sowie ein duales Verbundstudium bei der Audi AG. Aus welchen Gründen entschieden Sie sich jetzt für ein berufsbegleitendes Masterstudium im Bereich Informatik und IT-Management?

"Grundsätzlich habe ich mich für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, weil ich die Möglichkeit nutzen wollte parallel Berufserfahrung sammeln zu können. Das bedeutet zwar auch eine gewisse Zusatzbelastung, bietet aus meiner Sicht aber Vorteile die überwiegen. Für die Richtung 'Informatik und Management' habe ich mich entschieden, weil ich das in gewisser Weise als Spezialisierung meines Bachelors in Mechatronik sehe. Dort fand ich die Informatik-Inhalte auch schon am spannendsten und denke, dass ein Master in 'Informatik und Management' eine ideale Qualifikation für den Arbeitsmarkt, vor allem vor dem Hintergrund des Megatrends Digitalisierung, darstellt. Diesen Bereich finde ich persönlich äußerst interessant und würde daher gerne in diesem Bereich arbeiten, weshalb ich mich nun entsprechend weiterbilde."

Sie befinden sich gerade im zweiten Semester des Masterstudiums "Informatik und IT-Management (M.Sc.)" und haben bereits sechs Präsenzphasen absolviert. Sind Sie bisher zufrieden mit dem Studium hinsichtlich der Inhalte, Dozenten und der Betreuung?

„Bisher bin ich mit dem Verlauf des Studiums absolut zufrieden. Ich habe bereits vor der Immatrikulation Kontakt zur Studiengangsbetreuung aufgenommen um einige Fragen zu klären und war da schon sehr überzeugt von der schnellen und kompetenten Rückmeldung. Dieser Punkt der einfachen und zuverlässigen Erreichbarkeit ist gerade bei einem berufsbegleitenden Studium sehr wichtig. Im Hinblick auf die Betreuung sehe ich auch einen großen Unterschied zum vorherigen Studium in einem konventionellen Studiengang. Organisatorisch wird einem Einiges abgenommen – meist reicht eine Mail aus – und man wird nicht, wie es in einem Vollzeit-Studiengang doch durchaus öfter vorkommt, ‚von Sekretariat zu Sekretariat geschickt‘. Die Betreuung ist also rundum positiv und professionell. Die Inhalte erfüllen zudem meine Erwartungen vollends. Da die Gruppe mit zehn Personen klein ist, ist es möglich, trotz kürzerer Präsenzphasen viel Wissen zu vermitteln, was sehr effizient ist und nachdem das Studium für mich sozusagen Freizeitvergnügen ist, sehr erfreulich. Die Dozenten habe ich bisher – größtenteils – ebenso wie ihre Lehrveranstaltungen positiv wahrgenommen.“

Wie können Sie die im Studium vermittelten Inhalte in Ihre berufliche Tätigkeit einbringen?

„Derzeit bin ich nicht im IT-Bereich tätig, weshalb ich viele Inhalte nur „indirekt“ anwenden kann. Das Studium umfasst aber auch sehr viele Aspekte in Richtung Management/Soft Skills, beispielsweise im ersten Modul ‚Strategisches Management und IT-Governance‘. Dortige Inhalte konnte ich schon des Öfteren im direkten Arbeitsumfeld, beispielsweise bei der Leitung von Terminen oder Arbeitsgruppen erfolgreich anwenden. Auch wenn solche Inhalte in Lehrveranstaltungen oftmals etwas „zäh“ sind, finde ich es sehr wichtig, das Bewusstsein dort zu schaffen und ich habe in der Praxis schon prüfen können, dass die erlernten Methoden auch funktionieren.“

Inwieweit glauben Sie, kann Sie das Masterstudium beruflich weiterbringen?

„Für mich persönlich stellt der Master in 'Informatik und IT-Management' in beruflicher Hinsicht zwei Aspekte dar. Einerseits das Erreichen der formalen Qualifikation eines Masters, wobei ich mir vorstellen kann, dass das später durchaus ein Zugangskriterium in der Karriere sein kann. Viel wichtiger finde ich aber die fachliche Qualifikation, die für mich eine Spezialisierung und die optimale Grundlage für eine Tätigkeit im Bereich der Digitalisierung darstellt.“

Wie stark profitieren Sie vom Austausch mit Ihren Kommilitonen?

„Ich war anfangs wirklich überrascht, welcher Gruppenzusammenhalt entstanden ist. Meine Erwartung vor Start des Studiums war eher, dass dieser nicht so stark sein wird, da wir uns nur alle vier bis sechs Wochen zu den Präsenzphasen sehen und damit viel seltener als bei einem Vollzeit-Studium. Das Gegenteil ist aber der Fall. Der Zusammenhalt in der Gruppe mit dem Austausch von Unterlagen, Zusammenfassungen und dergleichen ist bei mir persönlich viel stärker als das im Bachelor-Studium der Fall ist. Das finde ich äußerst positiv und angenehm. Zudem schätze ich am Austausch mit meinen Kommilitonen sehr, dass wir alle aus unterschiedlichen Bereichen kommen, was in den Diskussionen in den Lehrveranstaltungen immer interessante und viele Aspekte zum Vorschein bringt. Diese neuen Blickwinkel finde ich sehr erfrischend, da ich zuvor als dualer Student von Audi in Ingolstadt studiert habe, wo auch viele andere Kommilitonen aus der Automobil-Industrie gekommen sind und viele eine sehr ähnliche ‚Lebenswirklichkeit‘ haben.“

Worin sehen Sie die besonderen Herausforderungen bei einem berufsbegleitenden Masterstudium?

„Meiner Meinung nach ist ein Studium zu großen Teilen Organisation und Strukturiertheit. Das war auch im Bachelor so. Der Zeitmangel verstärkt das bei einem berufsbegleitenden Studium natürlich zusätzlich. Die größte Herausforderung in dem Hinblick ist also sicherlich die Disziplin ‚dranzubleiben‘. Dies wird bei einem berufsbegleitenden Studium ansonsten noch härter bestraft, denn es ist einfach weniger Zeit da, um Versäumnisse wieder aufzuholen. Gerade im Winter, als ich beruflich viel auf Dienstreisen war, war das schon durchaus anstrengend. Aber wenn man sich feste Zeiten setzt, vorausschauend plant und diszipliniert dabei bleibt, dann ist das alles sehr gut machbar. Die größte Herausforderung ist aber meiner Meinung nach der Einfluss auf das Privatleben. Ein berufsbegleitendes Studium ist, da braucht man sich nichts vormachen, in jedem Fall eine Zusatzbelastung. Und manchmal stellt man sich natürlich schon die Frage nach dem ‚Warum?‘, wenn die Kumpels am Freitag um die Häuser ziehen, man selbst aber am Samstagvormittag lernen muss. Aber das ist ja alles begrenzt und dadurch, dass alle Termine schon bis Ende des Studiums bekannt sind, weiß man auch, wann man sich Auszeiten einplanen kann.“

Inwiefern unterstützt Sie Ihr Arbeitgeber bei Ihrem Studium?

„Mein Arbeitgeber unterstützt mich sehr stark bei meinem berufsbegleitenden Masterstudium. Es gibt bei Audi ein Programm namens Mitarbeiter-Stipendium, für welches man sich bewerben kann und in das ich aufgenommen wurde. Dabei werde ich einerseits finanziell unterstützt, andererseits aber auch durch weitere betriebliche Qualifikationen und Mentoring abseits des Studiums. Zudem bekomme ich bis zu 10 Tage Bildungsurlaub jährlich. Hervorheben will ich aber auch die Unterstützung direkt in meiner Abteilung, wo von Anfang an volle Unterstützung für mein Vorhaben vorhanden war. Das motiviert mich zusätzlich den Einfluss auf die tägliche Arbeit gering zu halten, was mir bisher auch gut gelungen ist.“

Welchen Rat würden Sie angehenden Studierenden geben?

„Angehenden Studierenden kann ich als wichtigsten Tipp mitgeben: Plant euch fixe Zeiten ein – bei mir ist das immer samstagvormittags – die ihr für das Masterstudium freihaltet. Diese Zeiten benötigt man zwar nicht immer, aber es ist vom Gefühl her gut, es fix einzuplanen, diszipliniert dranzubleiben und wenn nichts ansteht das Gefühl zu haben, dass man frei bekommen hat. Planung ist in dem Fall meiner Meinung nach alles. Vor Beginn des Studiums finde ich es zudem wichtig die Unterstützung des persönlichen Umfelds einzuholen und das Vorhaben ordentlich abzuklären, damit später auch das Verständnis da ist, auch wenn die Freundin dann unter Umständen die ein oder andere Aufgabe mal mit übernehmen muss.“

 

Wir danken für das Interview und wünschen alles Gute für die Zukunft!