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Projekte „Qualität im Angebot“ und rechtliches Kompendium

"Qualität ist die Erfüllung von Anforderungen" formulierte der große Qualitätsmanager Philip B. Crosby in seinem Werk "Quality is Free" 1979 schlicht und abschließend zugleich. Im Fokus der Betrachtung eines jeden Unternehmens steht dabei der Kunde. Kundenorientierung erfordert die Anstrengung, jegliches Tätigwerden auf dessen Bedürfnisse und Erwartungen zu konzentrieren. Unumstritten im modernen Qualitätsmanagement ist dabei, dass damit nicht nur die Beherrschung der Qualität des eigentlichen Angebotsproduktes gemeint sein kann, sondern dass der Kunde weit mehr Erwartungen an den erstklassigen Lieferanten hat, z.B. die Liefertreue, Nachhaltigkeitsaspekte oder das Vorhandensein einer QM-Zertifizierung.

Hierzu gehört auch, im Rahmen der Auftragsakquise ein erstklassiges Angebot abzugeben. Angebot im betriebswirtschaftlichen Sinne meint den Teil des Beschaffungsvorgangs, der darauf abzielt, die eigene Leistung so zu beschreiben, dass der Unterschied zur Konkurrenz deutlich wird. Dies umfasst in einem Bieterwettstreit nicht nur den Angebotspreis, sondern auch die Plausibilität und Vollständigkeit des Angebots. Zur Plausibilisierung gehören in erster Linie die Nachvollziehbarkeit der Angebotsgrundlagen und - als Qualitätssicherungsmaßnahme - das Erwecken von Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens. In einer langjährigen Geschäftsbeziehung wird dies leichter fallen als im Neukundengeschäft. In jedem Fall wird der Kunde fordern, dass das Angebot alle wesentlichen, üblichen Angaben enthält, die für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit notwendig sind. Zugleich hat der Konstrukteur eines Werkzeuges oder einer Form in der Preisgabe sensibler Daten, wie z.B. die eigentlichen Konstruktionsdaten, eine Grenze vorzugeben. Das ganze Angebot sollte schließlich optisch ansprechend und professionell gestaltet sein.

Um die Grundlagen der Angebotsdarstellung in einer musterhaften Betrachtung für die Mitgliedsunternehmen des VDWF nutzbar zu machen, wurde die Professur für Wirtschaftsprivatrecht der wirtschaftsrechtlichen Fakultät der Fachhochschule Schmalkalden mit der Erstellung und Kommentierung eines Musterangebotes betraut. Dazu gehören neben der Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit auch Ergänzungen, z.B. zur Bedeutung der CE-Kennzeichnung, der Darstellung von Zertifizierungen oder die Beifügung aktueller, für den Kunden annehmbarer Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB).

Die Schwierigkeit besteht darüber hinaus in der selbsterklärenden Forderung, die Kundenseite in alle Überlegungen mit einzubeziehen. Welche Erwartungen hat der Einkäufer des Kunden? Welche Informationen werden mindestens benötigt? Welche Informationen unterscheiden mein Angebot von den Mitbewerbern? Welche Vertragsbedingungen wird der Kunde akzeptieren? Wo sind die Grenzen des Spielraums auf der Nachfragerseite? Solche und weitere Fragen werden zu beantworten sein, um mit diesem Wissen diesen Teil des Beschaffungsprozesses zu optimieren.

Im Rahmen des Erstellungsprozesses haben bereits Erhebungen über bestehende, typische Angebote an Kunden stattgefunden. Der erste Vergleich hat gezeigt, dass innerhalb des Verbandes erhebliche Unterschiede in Inhalt, Ausführlichkeit und Darstellung bestehen. Nun gilt es, nach der Bewertung der Stärken und Schwächen die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Wesentlichen Raum nimmt derzeit die Herstellung der rechtlichen Bezüge ein, vornehmlich die Verknüpfung der Angebotserstellung mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt zudem auf der CE-Kennzeichnung und deren Bedeutung für den Beschaffungsvorgang.

Die Ergebnisse des Erarbeitungsprozesses werden durch den VDWF im Dezember [2013] zur Euromold präsentiert. […] Ganz nach dem Motto von Philip B. Crosby: Qualität kostet nichts. Aber sie wird einem nicht geschenkt."

Quelle: Schneider, Qualität im Angebot - Optimierte Angebotsdarstellung im Beschaffungsprozess, in: VDWF im Dialog, 3/2013, S. 16

Das Projektteam 2013/2014.
Das Projektteam 2013/2014.

Das Projekt wurde 2014 abgeschlossen.

Seit April 2018 unterstützt die Professur ein Folgeprojekt mit dem Ziel, die rechtlichen Herausforderungen der Verbandsmitglieder in der Abwicklung komplexer Aufträge in einem Kompendium zusammenzustellen.