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FAQ

1. Was ist ein geschütztes Werk im urheberrechtlichen Sinne?

Nach dem Urheberrecht liegt ein geschütztes Werk gem. § 2 Abs. 2 UrhG, wenn es aus einer persönlichen geistigen Schöpfung entstanden ist.  
Eine „persönlich geistige Schöpfung“ liegt, vor wenn das Werk durch eine individuelle geistige Leistung durch einen Menschen erschaffen.1

Zu den geschützten Werken gehören nach § 2 Abs. 1 UrhG gehören Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, die in § 2 Abs. 1 Nr. 1 – Nr. 7 UrhG, näher definiert werden. 

2. Wer ist Urheber?

Urheber ist gem. § 7 UrhG „der Schöpfer des Werkes“2. Demzufolge kann ein Urheber nur eine natürliche Person sein, da nur dieser die Voraussetzung einer „persönlichen geistigen Schöpfung“ erfüllt. Eine juristische Person kann hingegen nicht Urheber sein. Sie kann höchstens Besitzer eines Nutzungsrechts, welche vom Werkurheber überlassen worden sind, sein.3

3. Wen schützt das Urheberecht?

Das Urheberrecht schützt das Werk, also die „persönliche geistige Schöpfung“ und nicht etwa den Schöpfer bzw. Urheber selber. Der Urheber wird nur indirekt aufgrund der unmittelbaren Stellung zum Werk geschützt. Dem Urheber entstehen dadurch Schutzrechte gegenüber seinem eigenen geschaffenen Werk.4

4. Welche Rechte erlangt der Urheber?

Damit der Urheber und sein Werk geschützt sind, sichert das Urheberrecht ihm gewisse Rechte zu. Von besonderer Bedeutung sind dabei das Urheberpersönlichkeitsrecht und die Verwertungsrechte.5

Die Urheberpersönlichkeitsrechte schützten die Verbindung zwischen Urheber und geschützten Werk.6 Nur den Urheber stehen das Veröffentlichungsrecht nach § 12 UrhG, das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft nach § 13 UrhG und das Recht der Entstellung des Werkes nach § 15 UrhG.

Die Verwertungsrechte schützten das wirtschaftliche Interesse des Urhebers am geschützten Werk. Das Werk kann nur vom Urheber sowohl körperlich als unkörperlich verwertet werden.Verwertungsrechte des Urhebers sind: Das Vervielfältigungsrecht nach § 16 UrhG, Das Verbreitungsrecht nach § 17 UrhG, das Ausstellungsrecht nach § 18 UrhG, das Vortrags-, Aufführungs- und Vorfrührecht nach § 19 UrhG, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung und das Senderecht nach § 20 UrhG. 

5. Was ist der Unterschied zwischen Verwertungs-, Nutzungsrecht und Nutzungsarten?

Als Verwertungsrechte werden die Rechte bezeichnet, die es dem Urheber ermöglichen sein Werk wirtschaftlich zu verwerten (wie unter 4.  aufgeführt). Dennoch darf der Begriff Verwertungsrechte nicht mit dem Begriff Nutzungsrechte verwechselt werden, weil die Verwertungsrechte eine Möglichkeit der Verwertung des Werks darstellt und die Nutzungsrechte nach § 31 ff. UrhG sich lediglich auf die konkreten Nutzungsarten beziehen.8 Damit kann der Urheber einem anderen das Recht einräumen, das Werk auf einzelnen oder alle Nutzungsarten zu nutzen (Nutzungsrecht). Die Nutzungsarten sind deshalb eine technische oder wirtschaftliche eigenständige Verwendungsform des Werkes9, die sich entweder in einem einfachen oder ausschließlichen Nutzungsrecht ausdrücken.10

6. Was ist ein Plagiat?

Als Plagiat gilt, die Entwendung fremden geistigen Eigentums zur eigenpersönlichen Nutzung. Dies trifft oft wissenschaftliche Arbeiten. Plagiate treten immer dann auf, wenn ein Teil eines Werkes als das eigene Ausgegeben wird, ohne den Hinweis, dass das Werk Produkt der persönlich geistigen Leistung eines Anderen ist.11

 

 


Vgl. Ahlberg, in: Ahlberg/Götting, BeckOK Urheberrecht, 28. Edition: Stand 15.06.2020,§ 2, Rn. 54.
Vgl. Thum, in: Wandtke/Bullinger, Praxiskommentar zum Urheberrecht, 5. Auflage 2019, § 7, Rn. 13.
Vgl. Thum, in: Wandtke/Bullinger, Praxiskommentar zum Urheberrecht, 5. Auflage 2019, § 7, Rn. 13f.
Vgl. Loewenheim, in: Schricker/Loewenheim, Kommentar zum Urheberrecht, 6. Auflage 2020, § 11, Rn. 4.
Vgl. Cassardt, in: Criefleds kompakt, Rechtswörterbuch, 2. Edition 2020, Abschnitt Urheberrecht.
Vgl. Kroitzsch/Götting, in: Ahlberg/Götting, BeckOK Urheberrecht, 28. Edition: Stand 15.06.2020, § 15, Rn. 1
Vgl. Dietz/Peukert, in: Loewenheim, Handbuch des Urheberrechts, 2. Auflage 2010, § 15, Rn. 4.
Vgl. Schulze, in: Dreier/Schulze, Kommentar zum Urheberrechtsgesetz, 6. Auflage 2018, § 137l, Rn. 24. 
Vgl. BGH Urt. v. 10.06.2009 – I ZR 226/06 = ZUM 2010, 174 (174ff.).
10 Vgl. Nordemann/Cychowski, in: Hasselbaltt, MAH Gewerblicher Rechtschutz, 5. Auflage 2017, § 43, Rn. 72. 
11 Vgl. BGH Urt. 12.01.1960 -I ZR  30/58 = GRUR 1960, 500 (503).