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Die Hochschule blickt in diesem Jahr auf das Jubiläum 120 Jahre Höhere Bildung in Schmalkalden. Mit der Gründung der „Königlichen Fachschule für Kleineisen- und Stahlwaren-Industrie zu Schmalkalden“ im Jahre 1902 begann dieser Weg der höheren Bildung. Er führte von der Königlichen, über die Staatliche Fachschule, die Ingenieurschule bis heute zur Hochschule Schmalkalden. Für die Stadt Schmalkalden und die Region war dies eine der bedeutendsten bildungspolitischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entscheidungen.

Natürlich war der Lehrbetrieb von damals nicht zu vergleichen mit dem heutigen: 1902 starteten 27 Schüler ihre zweijährige Ausbildung an der Königlichen Fachschule. Während der Ausbildung erhielten sie dreimal Zeugnisse. Diese schlossen sie mit einer „Reifeprüfung“ ab. Hierfür mussten sie eine wissenschaftliche und praktische Prüfung (Gesellenstück) absolvieren. Die meisten Schüler waren gerade mal 14 oder 15 Jahre alt, als sie ihre Ausbildung begannen. Sie wurden durch den Direktor aufgenommen und mit einem Handschlag „zu Fleiß und tadelsfreiem Auftreten“ verpflichtet. Wöchentlich hatten die Jugendlichen 24 Stunden Theorie und 27 Stunden Berufspraxis zu absolvieren.
 

alter Hörsaal
Lehr- und Experimentiersaal für Naturlehre und Technologie im Jahr 1902

Schon damals legte man in Schmalkalden mit den zu unterrichteten Lehrfächern den Grundstein für ein gut strukturiertes Ingenieurstudium. Bereits 1902 verfügte die Schmalkalder Fachschule über für die damalige Zeit moderne Lehreinrichtungen wie dem Lehr- und Experimentiersaal für Naturlehre und Technologie, der ähnlich einem Hörsaal mit ansteigend angeordneten Sitzbänken eingerichtet war. Auch legte man in Schmalkalden großen Wert darauf, dass die Schüler exakte Freihandzeichnungen und technische Zeichnungen anfertigen konnten. Dies war gerade für die einheimische Industrie sehr wichtig, da Stahlprodukte oftmals ohne exakte Zeichnung angefertigt wurden. Das führte wiederum zu Qualitätsmängeln und Kundenunzufriedenheit. Die Gründung der Schmalkalder Fachschule fiel nicht umsonst in eine Zeit, in der die Kleineisen- und Stahlwarenbetriebe der Schmalkalder Region nicht mehr konkurrenzfähig waren. Die höhere Bildungseinrichtung sollte dabei helfen, die wirtschaftliche Krise in der Region zu überwinden. Gut ausgebildete Absolventen waren also gesucht und hier setzte die Ausbildung an der neu gegründeten Fachschule an.

Hochschulgründung war zukunftsweisend

Die Gründung der Fachschule war zukunftsweisend und diente der Bewältigung der wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Herausforderungen jener Zeit. Dies gilt in gleicher Weise für die Gründung der Ingenieurschule nach dem 2. Weltkrieg und die Gründung der heutigen Hochschule als Fachhochschule im Jahre 1991 nach der Wiedervereinigung. Jede Zeit hatte spezifische Bedingungen und jeweils spezifische Herausforderungen waren zu bewältigen. Die Stationen des vor 120 Jahren begonnenen Wegs der Höheren Bildung in Schmalkalden sind so als zukunftsgerichtete Antworten auf die Fragen der jeweiligen Zeit zu verstehen. Und jede Station steht für wichtige Impulse und für Erfolge, an die wir bis heute anknüpfen und die es fortzuführen gilt.

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs war zu jeder Zeit eine wichtige Aufgabe und eine Motivation, die zur Errichtung der jeweiligen aufeinander folgenden Institutionen führte. Auch heute ist dies ein Auftrag, dem sich die Hochschule verpflichtet fühlt und zu dem sie wichtige Beiträge liefert. Gerade mit ihrem stark ingenieurwissenschaftlich-technischen Profil in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik knüpft sie an die Bedarfe der regionalen, aber auch überregionalen Wirtschaft an. Dieses Profil ist mit den Fakultäten Informatik, Wirtschafts­wissen­schaften und Wirtschaftsrecht seit vielen Jahren geweitet und geht damit weit über die Traditionslinien der Vorgängerinstitutionen hinaus.

Seit einigen Jahren tritt mit der Gewinnung und Bindung internationaler Fachkräfte ein besonderes strategisches Anliegen hinzu, das insbesondere mit Blick auf die demografische Entwicklung von weiter zunehmender Bedeutung sein wird. Die Hochschule Schmalkalden ist hier besonders erfolgreich und stellt mit ihrer Internationalisierungsstrategie auch die entsprech­enden Weichen. Gleiches gilt für den etablierten Weiterbildungsbereich, der den Bedarf an berufsbegleitender Qualifizierung adressiert und den Gedanken des lebenslangen Lernens sehr erfolgreich umsetzt.

Und immer wieder steht die Frage, was getan werden muss, um ein attraktiver und renommierter Hochschulstandort zu bleiben, der die Erwartungen von morgen zu erfüllen in der Lage ist. Das Jubiläum sollte uns deshalb daran erinnern, dass wir nach vorn blicken müssen, weil das auch 1902 schon getan wurde.


Jubiläumslogo

Pop-Art-LogoUm dieses Jubiläum auch sichtbar und einheitlich nach außen zu tragen, wurde Professor Joachim Dimanski, Inhaber der Professur für Kommunikationsdesign an der Hochschule Schmalkalden, mit der Entwicklung eines Logos beauftragt. „Ich habe eine moderne Form gewählt, die auch auf die Geschichte weisen soll. Und natürlich soll das Logo zum bestehenden Signet passen“, so Joachim Dimanski. Neben dem klassischen Logo gibt es auch zwei Pop-Art-Logos, eins auf weißen Hintergrund und eins auf schwarzen Hintergrund. „Die Pop-Art-Logos sollen eine gewisse Fröhlichkeit und durch Ihre Buntheit auch Vielfalt ausstrahlen“, so Dimanski. Das Logo wird im Jubiläumsjahr vielfältig verwendet, unter anderem auf Briefköpfen, in der E-Mail-Signatur, auf Drucksachen und auf Fahnen.

Zukunft fest im Blick

Neben dem eigens für das Jubiläum entworfenen Logo, sind auch diverse Veranstaltungen für das Sommersemester geplant: Darunter die Karrieremesse, die Schmalympischen Spiele, die Intermediale und der gemeinsame Jahresempfang von Fördergesellschaft, Stadt und Hochschule. „Letztes Jahr haben wir 30 Jahre Hochschule Schmalkalden gefeiert und dabei einen Blick auf das Gestern, das Heute und das Morgen versucht. In diesem Jahr wollen wir uns einfach über das Jubiläum freuen und behalten dabei vor allem die Zukunft fest im Blick“, so Hochschulpräsident Prof. Dr. Gundolf Baier. „Schließlich habe man auch 1902 die Fachschule gegründet, um die Zukunft besser bewältigen können“, so Baier weiter.