Gut gefüllt war das Audimax gestern zum alljährlichen Neujahrsempfang der Hochschule, Fördergesellschaft und Stadt. Neben zahlreichen Gästen aus Politik und Verwaltung waren auch über 60 Unternehmensvertreter gekommen – so viele wie noch nie.
Transformation, Wandel und Veränderungsprozesse waren die Schlagworte der Redner. Allen voran Hochschulpräsident Prof. Gundolf Baier, der traditionell den Neujahrsempfang eröffnete. „Wir befinden uns in einer Übergangszeit. Auf allen Ebenen finden Veränderungsprozesse statt“, so Baier. Auch Hochschulen müssten sich anpassen. Rückblickend auf das letzte Jahr zeigte sich Baier sehr zufrieden: „Wir haben unseren Auftrag vollumfänglich erfüllt.“ Das WORT-Projekt wurde im letzten Jahr beendet. Hier sei die Hochschule die richtigen Schritte gegangen. Um alle Ziele zu erreichen, gebe es nun ein Folgeprojekt. Stolz zeigte sich Baier auch bei den Studierendenzahlen, die bei 2942 liege. „Vier Jahre in Folge haben sich die Studierendenzahlen positiv entwickelt – das kann keine andere Thüringer Hochschule vorweisen.“ Hochschulpolitisch gebe es in diesem Jahr große Herausforderungen: Die Rahmenvereinbarung VI stehe an und diese werde wohl die wichtigste seit Dekaden.
Ein hoffnungslos optimistischer Bürgermeister
Bürgermeister Thomas Kaminski freue sich auf das neue Jahr trotz aller Herausforderungen für die Stadt. Auch er zeigte sich zufrieden mit dem letzten Jahr: „Wir haben 21,5 Millionen Euro investiert und den Verlust ausgeglichen.“ Die Stadt investiere und setzte alles auf Entwicklung wie beispielsweise den Ausbau des Gewerbegebietes an der B 19. „Wir schaffen den Rahmen dafür, dass die Menschen hierbleiben können.“ Nichts zu tun, komme für Kaminski nicht in Frage. „Wir müssen investieren, sonst stirbt der ländliche Raum.“ Insgesamt habe die Stadt nahezu alle Ziele erreicht dank einer starken Wirtschaftskraft und der Arbeit einer engagierten Verwaltung. Wichtig sei es für Kaminski, sich auf die Probleme zu fokussieren. „Wir können nicht alle Probleme lösen, aber wir müssen auch Chancen sehen und nicht nur die Risiken“, so Kaminski. Er jedenfalls sei hoffnungslos optimistisch, getreu dem Titel eines aktuellen Sachbuches, das er gerade lese.
Dekan Ralf Gebauer sprach in seiner Festrede über den Weg von Reformen hin zu Transformationen. Auch der Kirchenkreis Schmalkalden stehe vor strukturellen Veränderungen. Der „mentale Change“ sei dabei die große Herausforderung. „Wir müssen vernetzt denken, uns zusammensetzen und eingetretene Pfade verlassen“, so Gebauer. Das Konzept der Mitmachkirche stehe für die Zukunft: Als ein Projekt des Kirchenkreises Schmalkalden beziehe es die Menschen aktiv in die Gestaltung der Kirche ein.
Förderpreise für hervorragende Abschlussarbeiten
Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung der Förderpreise: Dominik Leuwer und Frank Eberhardt erhielten den VDWF-Preis für ihre Masterarbeiten. Dominik Leuwer schrieb zum Thema „Messsystemanalyse für die Computertomografie zur geometrischen Bestimmung von Kunststoffbauteilen" bei Prof. Stefan Roth an der Fakultät Maschinenbau. Sie wurde mit der Note 1,0 bewertet und bilde die Grundlage für künftige Betrachtungen der Geometrien von Kunststoffformteilen. Frank Eberhardt schrieb seine Arbeit zum Thema „Untersuchung von rheologischen Effekten im Anschnittbereich der Weichkomponente beim thermoplastischen Mehrkomponentenspritzguss", die durch Dr. Marco Müller betreut und mit der Note 1,3 bewertet wurde.
Ein weiterer Förderpreis wurde durch die Stadt Schmalkalden an Jayadeep Raj für seine Arbeit zum Thema: „Harnessing the potential of generative AI tools in the design and prototyping paradigm of exoskeleton arms” vergeben. Diese wurde durch Prof. Frank Schrödel betreut und mit einer 1,7 bewertet.
Der Preis der Freunde und Förderer der Hochschule Schmalkalden wurde an Anika Lintz für ihre Abschlussarbeit zum Thema „Onlinemeetings sind kein Neuland mehr – Eine empirische Untersuchung der Videokonferenzmüdigkeit” verliehen. Sie wurde von Prof. Lenka Ďuranová betreut und mit einer 1,0 bewertet.
Abhishek Uttam Salunke aus Indien bekam den DAAD-Preis für das Jahr 2025 von Prof. Uwe Hettler überreicht. Er studiert im Masterstudiengang „Mechatronics and Robotics“ und wird mit diesem Preis für seine guten akademischen Leistungen und sein positives Auftreten weit über das Studium hinaus ausgezeichnet.
Die allerletzte Ehrung an diesem Abend wurde schließlich Vizepräsident Prof. Uwe Hettler zuteil: Er wurde nach 12 Jahren als Vizepräsident für Studium und Internationales feierlich vom Präsidium mit einer Fotocollage und Weingutschein verabschiedet. Sein Nachfolger ist Prof. Carsten Behn von der Fakultät Maschinenbau.
Musikalisch wurde der Neujahrsempfang von den Jazz-O-Phonics umrahmt.