„Wir verstehen uns als einen hoch spezialisierten Zulieferer von Werkzeugen in auftragsorientierter Kleinserienfertigung“, so beschrieb Jens Neumann die besondere DNA der GFE Präzisionstechnik Schmalkalden GmbH. Der Geschäftsführer begrüßte zu Jahresbeginn in seinem Impulsvortrag die Studierenden der Fakultät Wirtschaftswissenschaften nebst ihrem Professor Michael Dornieden anlässlich ihres Besuchs. Das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule gelegene Unternehmen in der Näherstiller Straße hat sich auf Entwicklung und Herstellung von Hochpräzisionswerkzeugen für Abnehmer beispielsweise aus der optischen Industrie und dem Werkzeugbau spezialisiert. Mit knapp 70 Mitarbeitern erzielte es im Zweischichtbetrieb 2025 einen Umsatz von drei Millionen Euro.
„Das, was uns in dem Forschungsverbund mit der Hochschule Schmalkalden gegenüber vergleichbaren Unternehmen des Zuliefersektors besonders auszeichnet, ist das ergänzende Angebot industrienaher Entwicklungsdienstleistungen. Wir können so Bohr- oder Schneidwerkzeuge produzieren, die speziell auf die individuellen Kundenanforderungen ausgerichtet sind, auch wenn diese weltweit nur einmal vorkommen. Wir wollen kein reiner Lohnfertiger sein“, führte der zweite Geschäftsführer des Unternehmens, Martin Voigt, ergänzend aus.
In dem anschließenden Firmenrundgang legten die Studierenden besonderen Fokus auf die Frage, inwieweit Methoden und Werkzeuge der schlanken Produktionsverfahren zur Anwendung gelangen. Sie lernten dabei die besonderen logistischen und produktionstechnischen Bedingungen einer high mix-low volume-Kleinserienfertigung kennen: Durchlaufzeiten von mehreren Wochen, strenge Qualitätskontrollen oder ein vergleichsweise hoher maschineller Rüstaufwand prägen diese. Ohne einen hoch modernen Maschinenpark, bestehend aus CNC-Bearbeitungszentren, präzise Messapparaturen, Schleif- oder Beschichtungsanlagen, und qualifizierter Facharbeit seien die extremen Qualitätsanforderungen der Abnehmer nicht ansatzweise erreichbar, so Neumann. Realistisches Ziel sei hierbei eine Reklamationsquote bei den Fertigungsaufträgen von weniger als einem Prozent. Daneben schätzten die teils langjährigen Kunden aus dem Werkzeugsektor die besondere Lieferflexibilität und –zuverlässigkeit von GFE als performanter A-Lieferant.
Ein besonderes Anwendungsfeld zur Steigerung der Anlageneffizienz sieht Neumann in dem Einsatz von Leichtbaurobotern zum Teilehandling für die maschinelle, spanabhebende Bearbeitung. Hier gebe es bereits deutliche, anwendungsnahe Erkenntnisfortschritte auf Werkstattebene, die in Zukunft möglicherweise genutzt werden könnten, um beispielsweise eine dritte Schicht ohne Maschinenbediener einrichten zu können. Die Besuchergruppe der Hochschule konnte an diesem Tag ihre technischen Fachkenntnisse moderner Produktionsverfahren gewinnbringend vertiefen.