Hochsommerlich warm war es zum zweiten Sommerfest in Meiningen: Die Fördergesellschaft hatte ihre Mitglieder ins Kombinat Villa Beck nach Meiningen eingeladen. In diesem Rahmen war auch ein Get Together der Deutschlandstipendiaten mit ihren Stiftern eingebettet.
Carolin Görzig und Juniorprofessor Andreas Wirtz sprachen über die Chancen einer Tandem-Professur. Wirtz lehrt und forscht an der Hochschule Schmalkalden und arbeitet nebenan in der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung als Geschäftsbereichsleiter Zerspanungswerkzeuge & Technologie. Und ja, irgendwie funktioniere es. „Es klappt irgendwie“, so Wirtz. Aber es funktioniere nur mit ganz viel Flexibilität auf beiden Seiten. Viele Studierende der Hochschule wüssten gar nicht, was sich direkt neben dem Campus befinde, erzählt Carolin Görzig. Hinter den Hallentoren der GFE stehen Maschinen, die zu den modernsten gehören, die man sich vorstellen kann, weiß sie von Andreas Wirtz. „Hightech, direkt neben dem Hörsaal.“ Während manche Hochschulen enorme Summen investieren müssten, um jede technologische Entwicklung selbst abzubilden, können Studierende in Schmalkalden diese Technik unmittelbar erleben. Görzig beschreibt den eigentlichen Kern der Tandem-Professur: „Wer dauerhaft mit Unternehmen zusammenarbeitet, bleibt nah an den Fragen von heute und nicht an den Problemen von vor zehn Jahren. Und auch nicht an den Themen, die vielleicht erst in zwanzig Jahren relevant werden. Sondern an den Herausforderungen, die aktuell auf dem Tisch liegen.“ Genau dadurch bleibe Lehre lebendig und Forschung relevant. Die Tandem-Professur schaffe neue Karrierewege, stärke Unternehmen und binde Talente an die Region. Und sie bringe Wissenschaft dorthin, wo sie am meisten bewirken kann: in die Praxis. Innovation entstehe nur im Austausch, in Kooperationen. Und im Glücksfall Schmalkalden eben eine Tür nebenan.
Anja Baumann vertrat die 3plusplus GmbH, die seit 2019 ein Deutschlandstipendium anteilig finanziert. Das Suhler Unternehmen entwickelt und optimiert Software für industrielle Anlagen, Geräte und Maschinen. „Wir wollen leistungsbereite Studierende unterstützen und dies nicht nur in unserem Fachbereich“, so Baumann. Auch mit kleinen Förderungen könne man viel bewegen, ist sich Baumann sicher. Deutschlandstipendiat Maxim Kravtsov bedankte sich für die finanzielle Unterstützung, womit er sich mehr seinem Studium widmen könne. Auch sei es eine Anerkennung seiner Leistung, berichtete er stolz. Maxim Kravtsov stammt gebürtig aus Kasachstan, wo er sein Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik an der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty begonnen hat und in Schmalkalden fortgesetzt hat. Mittlerweile studiert er im Master Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation.
Nach dem offiziellen Teil bot die Veranstaltung die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.