Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen zum Mitteldeutschen Forum „3D-Druck in der Anwendung“ an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zusammen. Die Veranstaltung bot einen Einblick in aktuelle Entwicklungen der additiven Fertigung und zugleich eine Plattform für den Austausch zwischen Forschung und industrieller Praxis. Auch die Angewandte Kunststofftechnik (AKT) der Hochschule Schmalkalden war mit aktuellen Forschungsprojekten vertreten.
Im Mittelpunkt des Beitrags der AKT standen Forschungsarbeiten zur Nutzung additiver Fertigungsverfahren im Werkzeug- und Formenbau. Vorgestellt wurden unter anderem die Projekte ExAM – Extrusionswerkzeuge auf Basis von Additive Manufacturing und FGM-Temp – Entwicklung additiv gefertigter Werkzeugkomponenten aus funktional gradierten Materialien.
Das Projekt ExAM untersucht die Möglichkeiten, Extrusionswerkzeuge mithilfe additiver Fertigungsverfahren neu zu konzipieren und herzustellen. Dabei stehen insbesondere die konstruktive Optimierung von Werkzeugen sowie die gezielte Gestaltung von Kühl- und Strömungsstrukturen im Fokus. Die additive Fertigung eröffnet hierbei neue konstruktive Freiheiten, die mit konventionellen Fertigungsverfahren nur eingeschränkt realisierbar sind.
Einen weiteren Ansatz verfolgt das Projekt FGM-Temp. Hier wird untersucht, wie funktional gradierte Materialien für additiv gefertigte Werkzeugkomponenten eingesetzt werden können. Durch eine gezielte Variation der Materialeigenschaften innerhalb eines Bauteils sollen insbesondere die thermischen Eigenschaften von Werkzeugkomponenten beeinflusst und Möglichkeiten für eine optimierte Temperaturführung erschlossen werden.
Beide Forschungsarbeiten sind im Bereich der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) angesiedelt und werden über die Forschungsgemeinschaft Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e. V. (FDWF) bearbeitet. Die Projekte verbinden damit wissenschaftliche Fragestellungen mit konkreten Anforderungen aus der industriellen Praxis.
Die Aktivitäten verdeutlichen zugleich das Profil der Angewandten Kunststofftechnik an der Hochschule Schmalkalden. Im Mittelpunkt stehen die Verknüpfung von Kunststofftechnik, Werkzeugbau und additiver Fertigung sowie die Entwicklung anwendungsorientierter Lösungen für moderne Produktionsprozesse.
Neben der Präsentation der eigenen Forschungsarbeiten stand beim Mitteldeutschen AM-Forum insbesondere der fachliche Austausch im Vordergrund. Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Industrie ermöglichten es, aktuelle Fragestellungen zu diskutieren und neue Impulse für zukünftige Forschungs- und Kooperationsvorhaben zu gewinnen.
Mit ihrer Beteiligung am Forum zeigte die Hochschule Schmalkalden einmal mehr die Bedeutung der anwendungsorientierten Forschung als Bindeglied zwischen wissenschaftlicher Entwicklung und industrieller Umsetzung. Die additive Fertigung bietet dabei insbesondere für den Werkzeugbau ein großes Potenzial, etablierte Fertigungskonzepte weiterzuentwickeln und neue technische Lösungen zu ermöglichen.