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„So viel Anfang war nie“ – Abschiedsvorlesung von Prof. Jens Goebel

Mathematikprofessor Jens Goebel bei seiner Abschiedsvorlesung

Am Mittwoch verabschiedete sich Prof. Jens Goebel vor rund 100 Zuhörern mit einer Vorlesung in den Ruhestand. Zum Professor für Mathematik wurde er am 16. September 1991 ernannt. Jens Goebel war der erste gewählte Rektor der Hochschule Schmalkalden und damit maßgeblich am Aufbau der Bildungseinrichtung beteiligt. Sechs Jahre leitete er die Geschicke der Hochschule: In diese Zeit fiel die Entwicklung neuer Studiengänge, die zum Teil auch fakultätsübergreifend waren. Als einen Meilenstein in der Entwicklung der Hochschule bezeichnete Jens Goebel die Einführung des neuen Studiengangs Wirtschaftsrecht im Jahr 1996 – damals ein Novum an einer Fachhochschule. „Viele Juristen waren dagegen, aber wir haben trotzdem dafür gekämpft und Anträge geschrieben“, so Goebel. Besonders stolz sei er auf den Besuch des damaligen und mittlerweile verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau zum 100-jährigen Jubiläum der Hochschule. „Dies war der erste Besuch eines Bundespräsidenten an einer Fachhochschule“, resümiert der 67-Jährige. Eines seiner größten Projekte während seiner Zeit als Rektor von 1993 bis 1999 war der Neubau an der Hochschule. „Es ist ein fast komplett neuer Campus entstanden und die Kosten sind nicht aus dem Ruder gelaufen“, sagte Rektor Prof. Elmar Heinemann in seiner Laudatio. Seine Kollegen aus der Fakultät Maschinenbau verabschiedeten den „Magister der Mathematik“ mit einem unterhaltsamen Quizz. „Auch als Berufspolitiker stand er in enger Verbindung zu seiner Fakultät und hat damit den Kontakt zur Basis gehalten“, lobte sein Kollege Prof. Udo Behn.

Über seine Zeit als Kultusminister sprach Prof. Walter Bauer-Wabnegg, einst Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und damit Weggefährte von Jens Goebel. Er habe Jens Goebel als sehr dankbaren Menschen kennengelernt, dessen Kraft aus einem tiefen persönlichen Glauben rührt. Mit dem damaligen neuen Hochschulgesetz sei ihnen ein großer Wurf gelungen. Es hatte bis letztes Jahr Gültigkeit, also rund zehn Jahre.

Seine Abschiedsvorlesung beendete der Altrektor mit einigen Ausführungen zur Mathematik und einer kleinen mathematischen Aufgabe. Die Mathematik biete mehr Freiheit als jede andere Kunst und sei die reinste Kunst, die am meisten missverstanden werde. Für die Mathematik habe er sich schon früh begeistert. Seine erste Mathematikvorlesung hörte Jens Goebel als 15-Jähriger. Von Apolda fuhr er einmal die Woche mit dem Bus nach Weimar an die Hochschule, um eine Vorlesung zur Kybernetik zu besuchen. Der Kern der Vorlesungen bestand aus Matrizenrechnungen. „Das hat mich beeindruckt.“ Der Professor, der die Vorlesung gehalten hat, hatte einen sogenannten Dr. Müller für das Tafelwischen. „Das hat mir imponiert, das wollte ich auch“, scherzte Goebel und schloss damit seine Ausführungen zur Mathematik.


Viele Gäste kamen, um die Abschiedsvorlesung von Prof. Jens Goebel zu hören.