Letzte Woche fand zum fünften Mal der E-Science Day an der Hochschule Schmalkalden statt. Eingeladen hatte hierzu die Fakultät Elektrotechnik, um Studierenden und Gästen Einblicke in die laufenden Forschungsaktivitäten zu geben.
Professoren und Studierende der Fakultät Elektrotechnik sowie unserer Partnerhochschule LIK Kaunas berichteten über ihre aktuellen Forschungsprojekte. So informierte Professorin Maria Schweigel über ihr Forschungsprojekt BauKIRo – „Automatische Überwachung des Baufortschritts durch Anwendung von Künstlicher Intelligenz und Robotik“. Gemeinsam mit der FAU Erlangen-Nürnberg entwickelt sie einen autonomen Flugroboter, dessen Aufnahmen des Gebäudeinnenbereichs zur automatischen und objektiven Überprüfung des Baufortschritts genutzt werden können und die diesen mittels Künstlicher Intelligenz vollautomatisch auswertet und dokumentiert. Hierbei sei es notwendig, die Drohnen auf die spezifische Umgebung sich im Bau befindlicher Gebäude anzupassen. Konkret gehe es zum Beispiel um die Gefahr, die von herumhängenden Kabeln verursacht werden. Ein anderes Problem sei die Datenverarbeitung der Bilder, wodurch fehlerhafte Punktwolken entstehen können.
Die Studierenden Marius Weimann, Leonard Maletzke, Karl Plata und Luis Marcus beteiligen sich mit ihrem Projekt „EvacEye“ am diesjährigen Wettbewerb COSIMA. Ziel des Wettbewerbs ist es, neue Einsatzmöglichkeiten von Sensoren und Mikrosystemen zu finden. Gesucht werden insbesondere Anwendungen, die die Interaktion zwischen Mensch und Technik in verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens verbessern und erleichtern. Dieser Aufgabe sind die vier Elektrotechnikstudenten nachgegangen. Konkret geht es darum, beim Brand in einem Gebäude Personen ausfindig zu machen, die sich noch in den Räumen befinden. „EvacEye verarbeitet Radar- und Thermaldaten direkt am Sensor und übergibt klare Zustandsinformationen - genau das, was im konkreten Einsatzfall zählt. Im Normalfall überwacht sich das System im Hintergrund selbst - erst im Brandalarmfall schaltet es in den Vollbetrieb und stellt die Lageübersicht“, berichten die Studenten. Jeder Raum werde durch einen eigenständigen Sensorknoten überwacht. Die Verarbeitung laufe mehrstufig - von der Rohsensordatenerfassung bis zur klaren Zustandsinformation auf der Lageübersicht. „Wir hoffen, mit diesem System mehr Leben zu retten“, so Leonard Maletzke.
Eine neue Wasserstoffbatterie-Lehranlage stellte Prof. Martin Schreivogel vor: Das System der Firma ostermeier H2ydrogen Solutions bildet alle Funktionen einer großen Wasserstoffbatterie-Anlage ab, von der Wasserstofferzeugung bis zur Rückverstromung. Es besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten: einem Elektrolyseur zur Umwandlung von elektrischer Energie in Wasserstoff, einer Brennstoffzelle zur Rückverwandlung von gespeichertem Wasserstoff in Strom und einem Wasserstofftank zur Speicherung. Darüber hinaus verfügt das System über eine Batterie als zusätzlichem Stromspeicher, ein Steuerungssystem für den Betrieb und eine Schnittstelle für die Interaktion mit dem Benutzer und die Echtzeitüberwachung. Auch wichtige Sicherheitsmerkmale für den Umgang mit Wasserstoff und Hochspannungsbauteilen sowie Programmieraufgaben und Probenentnahme können an der Anlage anschaulich vermittelt und trainiert werden.