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Zweite Tagung der Thüringer Bauaufsichten unter Beteiligung der Hochschule Schmalkalden

Teilnahmebestätigung der Tagung

Das Öffentliche Baurecht ist zurzeit von vielen Umbrüchen geprägt: Bauturbo, Digitalisierung und Automatisierung beschäftigen Behörden, Bauherren und Wissenschaft gleichermaßen. Aber auch bei den altbekannten Fragen des Rechtsgebiets öffnen sich in der Praxis immer wieder neue Facetten. Gerade für die Verwaltungsarbeit kommt es wegen der im Grunde doch ähnlichen Situationen in den verschiedenen Gebietskörperschaften darauf an, mit Kollegen aus anderen Ämtern in den Austausch zu treten. Diesem Zweck diente die Zweite Tagung der Thüringer Bauaufsichten, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Schmalkalden am 10. September 2026 in der Aula des Bildungszentrums der Thüringer Landesverwaltung in Gotha stattfand.

Mitarbeitende fast aller Bauaufsichtsbehörden im Freistaat sind der Einladung dankbar gefolgt und wurden von Professor Dr. Sven Müller-Grune und Conrad Bergmann herzlich begrüßt. Seit vielen Jahren lehrt und forscht Professor Sven Müller-Grune an der Fakultät Wirtschaftsrecht im Öffentlichen Baurecht, kann auf zahlreiche Praxiserfahrungen in diesem Gebiet zurückblicken und verbindet das Themengebiet mit seinem Interesse an den Rechtsfragen der Verwaltungsdigitalisierung. Bergmann ist im Bauamt der Landeshauptstadt Erfurt tätig, hat den berufsbegleitenden Master „Öffentliches Recht und Management“ erfolgreich absolviert und die Veranstaltung zum wiederholten Male hervorragend organisiert. Beiden ist wichtig, dass sich die Verwaltungen im Land untereinander sowie mit Akteuren aus Wissenschaft und dem Dienstleistungsbereich bestmöglich vernetzen. So kam es bereits im Jahre 2024 zu einer ersten Auflage des Formats (zum Artikel). Es fand unter den damals Anwesenden so positiven Anklang, dass zahlreiche Nachfragen nach einer Neuauflage eingingen – diesen Bitten kamen die Veranstalter natürlich gerne nach.

In verschiedenen Kurzvorträgen versierter Referenten ließen sich bei der diesjährigen Auflage zunächst wertvolle Informationen zu aktuellen Thematiken gewinnen: So stellte Matthias Neutzner von der ModusCo eG die aktuellen Fortschritte in Thüringen hin zur Digitalen Bauaufsicht dar und betonte, dass der entsprechende Veränderungsprozess viel mehr als nur die Bereitstellung von Software impliziere. Vor allem kommunikatorisch-soziale Aspekte des Change Managements gegenüber den Verwaltungsmitarbeitenden seien für den Erfolg von tragender Relevanz. Jens Krumpe vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur, ebenfalls Absolvent des Studiengangs „Öffentliches Recht und Management“, referierte anschließend über Idee und Umsetzung einer regelbasierten, KI-unterstützten Entscheidungsfindung in Baugenehmigungsverfahren. Weit sei man insbesondere im Bereich der Überprüfung eingereichter Anträge auf Vollständigkeit. Am entsprechenden Projektteam ist neben der Rulemapping Group aus München auch die Hochschule Schmalkalden beteiligt (zum Artikel). In ihrem Vortrag ergänzte Dr. Judith Fauth, Forscherin an der TU München, die Thematik um interdisziplinäre Aspekte und internationale Vergleiche. Den Abschluss des Vortragsteils der Veranstaltung bildete schließlich das Team um Carolin Hertwig von der fca plus GmbH aus Weimar. Hier wurde der Fokus darauf gelegt, wie aus einem digitalen 3D-Gebäudemodell nach den Grundsätzen des „Building Information Modelings (BIM)“ der bauaufsichtliche Prüfprozess in Zukunft vereinfacht werden kann.

Den Hauptteil der Tagung bildeten schließlich die verschiedenen Austauschrunden. Noch am Vormittag standen für alle Anwesenden zuerst Diskussionen um die laufenden Digitalisierungsprozesse auf der Agenda. Es wurde schnell klar, dass die Transformation bereits im vollem Gange ist, aber auch noch einige praktische Probleme offenbart. Je nach Interesse konnten die Anwesenden nach der Mittagspause dann frei wählen, zu welchen anderen Themenfeldern sie sich mit ihren Kollegen und Kolleginnen aus anderen Ämtern in Thüringen noch austauschen möchten. Hierbei ging es vor allem um die materiellrechtlichen Änderungen durch den bundesweiten Bauturbo und die landesrechtlichen Neuerungen in der Thüringer Bauordnung. Aber auch klassisch baurechtliche Fragen beispielsweise rund um Wind- und Solarenergieanlagen, Baulasten, herrenlose Gebäude oder ungenehmigte Ferienwohnungen konnten reichtlich erörtert werden. Aus den Gesprächen mit Anderen ließen sich oft gute Ideen für bestehende Herausforderungen im eigenen Arbeitsalltag mitnehmen – wie es auch dem Ansinnen der Veranstaltung entspricht. So blicken die Teilnehmenden auf ein hilfreiches Format zurück und freuen sich schon auf die nächste Auflage der Tagung.

Dank gilt dem Bildungszentrum der Thüringer Landesverwaltung in Gotha für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und Conrad Bergmann von der Landeshauptstadt Erfurt für die gelungene Organisation. Gemeinsam mit der Hochschule Schmalkalden kann die Idee für die Veranstaltung in den nächsten Jahren sicherlich weiterverfolgt und noch ausgebaut werden.

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